Interview mit Leo Hansen | Ex-Vorstand & Gründer

Es gibt ein Leben nach BCPro. 

 

In unserer Blogreihe wollen wir verschiedene Alumni und ihre Geschichten porträtieren. In den spannenden Interviews lernt ihr ihre Höhen und Tiefen sowie ihre Zeit danach kennen.  

 

Heute geht es um Leo Hansen. Leo wurde mit 19 Jahren Vorstand für Externes. Nach dieser Zeit gründete er mit 5 anderen BCProlern die Marketingagentur Creatory.  

 

Viel Spaß mit dem ausführlichen Interview! 

 

Hey Leo, Danke, dass du dir Zeit genommen hast für dieses Interview. Magst du dich einfach kurz vorstellen?  

Guten Morgen, Benny, Danke für die Einladung. Ich bin Leo Hansen, 22 Jahre alt, studiere aktuell Online-Kommunikation in Darmstadt. Vorher habe ich in Berlin BWL studiert, war als Vorstand von BCPro tätig und bin jetzt Gründer einer jungen Agentur. 

Bevor wir zu deiner jetzigen Arbeit kommen, die Gründung einer eigenen Agentur, stelle ich mir die Frage: Warum bist du überhaupt zu BCPro gekommen?  

Ich bin in einer Kleinstadt in der Nähe von Frankfurt und Darmstadt aufgewachsen und habe dort meine gesamte Jugend verbracht. Ich bin in Darmstadt zur Grundschule gegangen, habe dort mein Abi gemacht und fragte mich dann: „Wohin soll die Reise hingehen?“ Ich entschied mich für Berlin, denn ich wollte dort ganz neue Leute kennenlernen, die ganz anders drauf sind als ich. Im Studium habe ich mir ein kleines Buch namens „Und in fünf Jahren mach ich richtig Kohle“ bestellt, um mal zu schauen, wie ich als BWLer vielleicht aus der Masse herausstechen kann. Dort kam ich zum ersten Mal mit dem Modell der studentischen Unternehmensberatungen in Berührung. Also fix gegoogelt und gesehen, man hat bei BCPro noch zwei Tage Zeit für die Bewerbung. Schnell beworben und dann ging es los

Was hast du denn genau dort über studentische Unternehmensberatungen erfahren? 

Im Grunde war es einfach die Empfehlung, sich möglichst früh während des Studiums gleichgesinnte Leute zu suchen. Leute, die selber auf der Suche nach neuen Erkenntnissen und Erfahrungen sind. Studentische Unternehmensberatungen sind einfach ein super Weg, um ein Netzwerk aufzubauen.

Wie ging es dann bei BCPro für dich weiter? 

Angefangen habe ich im Marketing und kümmerte mich Ideensammlung von Kampagnen. Dann aber, nach kurzer Zeit, stand die jährliche Vorstandswahl an und ich wurde vom damaligen Vorstand überzeugt, mich doch einfach mal zu bewerben. Tatsächlich hat es dann geklappt. Nach 3 Monaten im Verein wurde ich zum Vorsitzenden gewählt. Ich war damals der jüngste Vorstandsvorsitzende mit 19 Jahren jemals. Ich wurde dann also ab Tag 1 an den Tisch gesetzt mit Leuten, die ein Vielfaches an Erfahrung hatten als ich und musste mich mit denen über aktuelle Vereinsinteressen und aktuellen Themen austauschen. 

Was meinst du mit Vielfachem an Erfahrung? Wenn du 19 Jahre alt warst, waren die 57? 

Genau. Wenn man einmal mit einem Ende 50-jährigen Geschäftsführer am Tisch sitzt, ist das eine neue Erfahrung, die man außerhalb von BCPro nicht so schnell bekommt. 

Worüber hast du mit ihnen gesprochen?  

Wenn es darum ging, neue große Kooperationen mit Unternehmen wie bekannten Unternehmensberatungen oder auch Tech-Unternehmen abzuschließen, haben wir uns getroffen und darüber geredet, wie wir zusammenkommen wollen. Gleiches gilt für die Akquisition größerer Projekte. So kam ich sehr früh in Verhandlungssituationen und saß mit deutlich erfahreneren Unternehmern an einem Tisch. Und im Gegensatz, was ich vorher erwartet hatte, hörten sie mir zu. Ich war zwar jung, aber sie aufgeschlossen und ich spürte: Die Person legt Wert auf eine junge Perspektive. Da kann ich helfen. Diese Gelegenheiten haben mich mit Menschen in Kontakt gebracht, mit denen ich noch heute eng zusammenarbeite und die ich sehr schätze. 

Zurückblickend, wie war deine Zeit bei BCPro? Wurden deine Erwartungen erfüllt? 

Ich beschreibe es mal so: Ein normales Unternehmen möchte Gewinne erzielen und möchte wachsen und hat zu diesem Zweck seine Mitarbeiter. BCPro hingegen ist ein System, dessen einziges Ziel es ist, Studierende „ready“ für die Wirtschaft zu machen und diesen Unterschied, den merkt man. Die Geschwindigkeit, in der man lernen kann, ist einfach viel, viel höher. Und das habe ich in diesem einen Jahr gemerkt. Einerseits eignete ich mir zahlreiche Hard Skills und Soft Skills an, vor allem aber lernte ich inspirierende Menschen kennen. Alles in einem Tempo wie nie zuvor. 

Was hast du denn für Leute bei BCPro kennengelernt? 

Zum einen habe ich Kunden kennengelernt, von denen ich verschiedene Blickwinkel mitgenommen habe. Mit manchen tausche ich mich auch heute noch regelmäßig aus. Aber am entscheidendsten war: Ich habe damals meine jetzigen Mitgründer kennengelernt. Die Leute, mit denen ich jetzt gegründet habe, sind alle ehemalige BCProler. 

Die Zeit nach deinem Vorstandsamt war perfekt für die Gründung? 

Genau. Nachdem ich die Zeit als Vorstand beendete, hatte ich das Bedürfnis, deutlich tiefer in die Projektarbeit einzusteigen. Da ich mich im Studium auf Marketing spezialisierte und mir dazu auch einiges an Kursen und über eigene Projekte angeeignet hatte, habe ich mich zunächst daran probiert, als Projektleiter Teams von BCPro zu leiten und mittelständische Unternehmen bei der Einführung von Marketingmaßnahmen zu begleiten. Als sich dann im März/April 2020 Corona abzeichnete und klar wurde, dass viele Unternehmen ihre herkömmliche Kommunikation nicht mehr fahren können, sondern irgendwie ins Internet bringen müssen, war für uns klar: “Okay. Jetzt ist eigentlich die perfekte Gelegenheit, etwas Großes daraus zu machen” Ich fand die Gründung als Agentur schon immer spannend: Marken aufbauen, digitale Strategien erarbeiten. Also haben wir einfach die Gelegenheit ergriffen und gegründet. 

Es gab und es gibt da einen Scherz im Internet, die ich vor kurzem gelesen habe. Wer hat die Digitalisierung bei euch in eurer Firma am meisten vorangebracht? 

Bei vielen unserer Kunden ist es tatsächlich die Pandemie. Und ich glaube, viele Verantwortliche, die vieles vorher auch anstrengend fanden, machen es jetzt einfach, denn jetzt ist es unvermeidbar, jetzt gibt es keine Alternative mehr. Viele einst verschlafene Mittelständler haben mittlerweile sogar Spaß an der Digitalisierung. Viele Geschäftsführer, die mit ihrem Marketing zwar nicht zufrieden waren, aber auch nichts ändern wollten, bilden sich jetzt sogar selbstständig weiter und wollen bei digitalen Trends vorne mit dabei sein. Aber um noch mal den Bogen zu spannen zur Relevanz von Corona: Mit unserer Agentur fahren wir ein hybrides Modell aus Beratungsunternehmen und Kreationsdienstleistung. Wir sind für unsere Kunden von der Entwicklung der Positionierung über die Formulierung von Markenbotschaften und Umsetzung von Websites bis hin zur langfristigen Betreuung von Kommunikationsvorhaben involviert. Und dabei hat dann auch wieder das Netzwerk von BCPro geholfen, worüber wir ganz schnell Empfehlungen bekommen haben. Das heißt, wir hatten eigentlich in der ersten Woche unseren ersten Kunden. 

Eigentlich unvorstellbar. So schnell kann es gehen. 

Der erste verdiente Euro war tatsächlich simpel. Auch hier kam das bestehende Netzwerk wieder ins Spiel. Ein ehemaliger BCPro Kunde meldete sich mit dem Wunsch eines neuen Corporate Designs bei mir. Eine Woche später war unser Angebot unterschrieben und das erste Projekt begann. 

Wie groß ist denn jetzt eure Ausgründung? 

Im Kernteam sind wir sechs Gesellschafter. Alle von BCPro, und wir hatten jetzt tatsächlich vor zwei Wochen unserem ersten Praktikanten. Längerfristig planen wir mit deutlich mehr Freelancern zusammenzuarbeiten und in unsere Projekte zu integrieren. Und wenn das gut klappt, suchen wir ein paar interne Experten. So wollen wir unsere Prozesse effizient halten.

Wie hat dir da die Zeit BCPro geholfen? 

Die frühe Übernahme von Verantwortung, die an anderen Orten unvorstellbar gewesen wäre. So wurde mir eine ganz andere Perspektive auf die Wirtschaft und die Führung von Unternehmen geboten. 

Was für eine Perspektive wäre das? 

Wenn ich die Gelegenheit sehe, aus einem Problem etwas Tolles zu machen, dann nutze ich sie. Das hätte ich früher nicht getan. BCPro hat mich gelehrt, keine Angst vor Verantwortung und Veränderung zu haben. Im Gegenteil, ich liebe es, neue Dinge zu tun. Ich weiß, wenn ich vor Herausforderungen gestellt werde, werde ich einen Weg finden und sie überwinden. 

Mein wertvollstes Learning war: Mit den richtigen Leuten kannst du Dinge schaffen, die andere für unmöglich halten. Fachwissen kann man sich anlesen, unternehmerisches Handeln entsteht durch eine bestimmte Art zu denken.

Irgendetwas, was du dem Leser noch sagen möchtest? 

An alle Studierenden, egal wie jung ihr seid oder in welchem Fachbereich ihr seid, wer hungrig auf mehr ist, sollte so früh wie möglich Verantwortung übernehmen. Engagiert euch. Probiert euch intensiv aus. Und ich garantiere euch – mit etwas Geduld, werdet ihr etwas finden, dass euch antreibt. 

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